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Waldhaus am Königswald – Groß Glienicke

BDA Architektur 2012 Auszeichnung guter Bauten im Land Brandenburg          72_gda_2014_no_blue-white

Das Grundstück mit altem Baumbestand liegt in einem Waldgebiet bei Potsdam. Die alles überragenden Kiefern mit ihren braunroten Stämmen sind die dominanten vertikalen Elemente, die aus sanft modulierten Sandhügeln emporwachsen. Das Kronendach zaubert ein sich ständig veränderndes Spiel aus Licht und Schatten auf den Waldboden und den Baukörper.
Diesem Spiel von Licht und Schatten dienen die Oberflächen von Fassaden und Dach als Projektionsflächen.

Das Grün des umgebenden Waldes und des Waldgartens, in dem die Pflanzflächen von den vertikalen Baumstämmen gegliedert werden, wird in den großen Fensterflächen vielfältig gebrochen und gespiegelt.

Der Entwurf tritt in Dialog mit dem Ort und unterstreicht in seiner horizontalen Ausdehnung das Vertikale und gibt den Baumkronen Raum.

Das Waldhaus ist ein Wohnhaus für ein Ehepaar und seine Gäste. Trotz der sehr begrenzten bebaubaren Fläche, den Anforderungen der Nutzer an die Anzahl der zu realisierenden Schlafplätze und Zimmer, ist ein Wohnhaus mit einer erlebbaren Großzügigkeit entstanden.

Es spielt mit dem Gegensatz aus Offenheit und Abgeschlossenheit, Bekannten und Unbekannten, Übergängen und Kanten, Flächen und Volumen.

Die Grundstruktur des kompakten Baukörpers setzt sich aus zwei geringfügig zueinander gedrehten Kuben von jeweils etwa 60 qm Grundfläche zusammen, die einen kontinuierlichen, in Ost-West Richtung langgestreckten Raum mit einem mittig angeordneten Knick bilden.

Diese volumetrische Gliederung entspricht auch der funktionalen Teilung in «Wohnhaus» und «Schlafhaus». Trotz dieser funktionalen Zweiteilung entsteht im Inneren ein offener Grundriss, ein Langraum, der durch einen eingestellten, zweiten Schlafraum  und die Nebenräume strukturiert ist.

Der First ist an die Nordseite, mittig über den Wohnkubus verschoben, so dass die Dachgeometrie asymmetrisch über dem Grundriss sitzt und die zwei Kuben zu einem eigenständigen Gesamtvolumen vereint.

Der gesamte Innenraum wird von den Schrägen der Dachflächen dominiert. Durch dieses verbindende Element und die Höhe wirken die Räume trotz kleiner Grundflächen großzügig und offen.

Das Dachvolumen folgt, bis auf den Bereich der Südfassade, eng dem Fassadenverlauf. An der Südseite, an der die Außenwände in einem stumpfen Winkel zueinander stehen, entsteht eine überdeckte Veranda, die als Einschnitt im Volumen akzentuiert wird. Hier wird der Baukörper in seiner Plastizität betont und die Logik des Gebäudes ablesbar.

Der Eingang und die Küche, die Bäder, der Hausanschlussraum sowie das Studierzimmer und eine Galerieebene sind als dichtes, funktionales Rückgrat an der Nordseite angeordnet.

Durch die geknickte Anordnung werden die Raumkanten gebrochen und neue Perspektiven eröffnet, die mit präzise angeordneten Fensterausschnitten den Blick in den umgebenden Wald und Garten leiten.

Die großen Fenster der Südfassade folgen der geknickten Längsachse und setzen die unterschiedlichen Bereiche des langgestreckten Waldgartens in Bezug zum Innenraum.

Die großen märkischen Kiefern bilden im Sommer, bei hochstehender Sonne einen lichten Schutzschirm. Im Winter dringt die tiefstehende Sonne weit durch die hohen Fenster in die Räume vor.

Die quadratischen Fenster der Ost- und Westfassade betonen die abgewinkelte Langachse. Sie begleiten und akzentuieren die Übergänge zwischen den nach Süden orientierten Aufenthaltsräumen und den Bereichen an der Nordfassade.

Sie setzen das Raumkontinuum an den Stirnseiten des Baukörpers fort: Schlaf- und Badezimmer, sowie Wohn- und Studierzimmer mit der Galerieebene werden durch die Fensterflächen zusammengebunden.

Der Hausanschlussraum, das Gästebad und das eingestellte Gästezimmer, sowie Studierzimmer und Treppe schaffen Distanz und leiten zu den privateren Bereichen des Hauses über.

Die kleineren Fenster der Nordfassade geben besondere Ausblicke ins Grüne frei und betonen gleichzeitig die Körperhaftigkeit des Gesamtvolumens.

Die Fassade ist in einem matten Schwarz gehalten. Sie fügt sich harmonisch in das umgebende Grün der Waldsiedlung ein. Das Weiß des Inneren tritt im Bereich der Südfassade nach außen. Hier öffnen sich die Räume zum Garten hin.

Der  Innenausbau ist zurückhaltend und bildet den Hintergrund für die bunten Dinge des Lebens. Er arbeitet mit einer begrenzten Palette an  Material und Tönen. Einbauschränke und Regalnischen in den Flächen erhalten die Klarheit und Großzügigkeit der Räume und bewahren die Lesbarkeit der Gesamtform.

Wenn Sie zum “Waldhaus am Königswald” eine Projektbeschreibung erhalten möchten oder Fragen haben, kontaktieren Sie uns gerne per email. Oder rufen Sie einfach an.

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