Corporate History Museum für die ERBE Elektromedizin GmbH

Konzeptentwicklung und Variantenvergleich

Inhaltliche Grundstruktur

Auftakt / Entrée

Zu Beginn der Ausstellung sieht der Besucher zwei Instrumente der Elektrochirurgie, die die Leistungen der Firma Erbe über einen Zeitraum von über 150 Jahren exemplarisch nachweisen.

Vier Generationen

Die Inhalte der Ausstellung folgen einer chronolgischen Ordnung in vier Kapiteln analog der vier Geschäftsführer-Generationen, die bis 1995 die Firma Erbe geleitet haben.
 

Die aktuelle Geschäftsführung soll nicht gleichermaßen „musealisiert“ werden.
 Dennoch soll dem Zeitraum von 1995 bis zur Darstellung aktueller Produkte im Schulungsbereich ein gesonderter Bereich gewidmet werden, der den Charakter einer Wechselausstellung hat.

Kontext


Die Unternehmen Erbe kann nicht ausschließlich durch die handelnden Personen charakterisiert werden; die Geschäftsführer stehen stellvertretend für Epochen der Lokal-, Zeit- und Medizingeschichte, die jeweils unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte erlauben.
Die chronologische Ordnung der Ausstellung erlaubt jedem Besucher, gleich welcher Nutzergruppe, einen leichten Zugang auch ohne Teilnahme an einer Führung.


inhaltliche Räume
verbindende Räume
Raumfolge

Räumliches Prinzip

Die Geschichte der Firma ERBE wird in einer Raumfolge inszeniert.
Jedem Raum sind Leitmotive zugeordnet, eine spezifische Materialität und Farbigkeit. Der Besucher taucht so thematisch und visuell in die jeweilige Zeit ein und erfährt die Fortschritte in Technik und Medizin.
Die Konfiguration der Wandflächen hierarchisiert Inhalte zur Geschichte der Firma ERBE und vertieft räumlich, wie inhaltlich Themen von vorhandenen oder medial aufbereiteten Exponaten. Die Außenflächen kontextualisieren die zeitlichen Abschnitte und zeigen Querbezüge zur Entwicklung der Firma ERBE.

Raumfolge – Generation 1

Leitmotiv ist eine hölzerne Werkbank, die als Arbeitstisch oder OP-Tisch gelesen werden kann. Dem Betrachter eröffnet sich die Welt der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts – der beginnenden Gründerzeit und des mechanischen Zeitalters.
Der Tisch wird als Objekt im Raum und als abstrahiertes Motiv auf der Wandfläche gezeigt und strukturiert so die Flächen.
Der Raum ist Medium und Inhaltsträger zu gleich. Die Vitrinen inszenieren die Exponate als handwerkliche Meisterwerke.

Raumfolge – Generation 2

Der Katalog bildet das zentrale Element der zweiten Generation und bindet als übergreifendes Leitmotiv die Themenblöcke zusammen.
Großes Geschick im Vertrieb und eine erste Internationalisierung im Kontext der weiteren industriellen Entwicklung, bei gleichzeitiger Diversifizierung des Handelsgeschäftes und Weiterentwicklung der elektromedizinischen Apparate, werden anhand der Kataloge lesbar.
Das Leitmotiv der Katalogseiten taucht als Vielzahl an Vitrinen, Monitoren, Faksimiles und übergreifend als Vitrinenelement auf. Messing als strukturierendes Material verweist auf die vorhandenen Exponate. Die hellere Grundfarbe des Raums deutet auf die beginnende Elektrifizierung hin, die als überleitender Themenblock zur dritten Generation aufgenommen wird.

Panorama

Visuelles Prinzip

Die Ausstellung ist U-förmig entlang der Außenflächen angeordnet. Die U-Form mit der zentralen Fläche lässt Einzel- und Gruppenführungen, sowie die Vermittlung von Querbezügen zu. In Leserichtung ist die Geschichte der Firma ERBE chronologisch inszeniert.
Das Portal dient der Einleitung und Einstimmung auf die Ausstellung und gibt erste Hinweise auf die Geschichte der Firma ERBE. Der zentrale Zugang und die bündige Anordnung der räumlichen Elemente stärkt die Klarheit und Eindeutigkeit des Ausstellungsraums.

Die Ausstellung ist mehrschichtig aufgebaut. Die dunkle Basis bildet die räumliche Grundlage. Jahreszahlen vor dem Tisch dienen der zeitlichen Zuordnung. Ein schmales Band vor der Vitrine kontextualisiert die darin befindlichen Inhalte.

Die Flächen in der Vitrine sind eine Staffelung von Feldern, die durch unterschiedliche Höhen hierarchisiert werden. Die entstehende Blocklandschaft wird den jeweiligen Exponaten und medialen Inhalten angepasst und kann auf unterschiedlichen Ebenen, vertikal und horizontal bespielt werden. Größere Exponate werden ebenfalls auf die dunkle Basis gestellt, um die räumliche Kontinuität zu bewahren.

Ergänzend zu den Exponaten werden Inhalte und Kontexte auf die opaquen, hinterleuchteten Außenwände projiziert. Diese erzeugen räumliche Unschärfe und kontrastieren mit der Präzision der Projektionen. Das Leitthema Energie wird visuell abstrahiert und führt als Strahl durch Raum und Zeit.


Bauherr:
ERBE Elektromedizin GmbH , Tübingen

Konzeption, Gestaltung und mediale Inhalte in Zusammenarbeit mit:
Büro Achter April, Stuttgart
www.8apr.de

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